Wie kann ADHS behandelt werden?

ADHS
ADHS ist nicht heilbar, aber heutzutage ausreichend therapierbar. Die Therapie sollte immer so früh wie möglich einsetzen, denn die anfänglichen Auffälligkeiten und Störungen können durch eine Spirale aus Frustration, Misserfolg und Ablehnung im Laufe der Jahre zu sozialen Ausgrenzungen, Süchten oder delinquentem Verhalten führen. Das wesentliche Ziel der Therapie ist die Normalisierung des Alltags oder zumindest die Verminderung von Beeinträchtigungen. Gleichzeitig soll der Patient lernen, seine eigenen Fähigkeiten zu nutzen.
Die Behandlung erfolgt innerhalb eines multimodalen Therapiekonzeptes.
Unterschiedliche Therapieoptionen sollten immer in Kombination erfolgen. Kinder- und Jugendpsychiater, Kinderärzte, Psychologen und andere Therapeuten (Ergotherapeuten, Logopäden, Heilpädagogen) sowie soziale Betreuer sollten zusammenarbeiten und sich miteinander abstimmen. Häufig übernimmt der Kinderarzt die Rolle des Koordinators. Organisierte, regionale Netze fördern dabei die Therapiequalität.
Hilfreich bei der Diagnose von ADHS sind spezielle Fragebögen, mit denen wichtige Angaben zur Person und den Verhaltensweisen erfasst werden. So erhält auch der Arzt kompakt eine Vielzahl an wichtigen Informationen, die für die Diagnose bedeutsam sind.
Es hat sich herausgestellt, dass eine Kombination aus Psychotherapie und medikamentöser Therapie mit begleitenden Gesprächen zwischen Arzt und Patienten bzw. Eltern in einem so genannten multimodalen Therapiekonzept die größten Erfolge erzielt und sich daher am besten zur Behandlung von ADHS eignet.
Als Medikamente werden so genannte Stimulanzien erfolgreich seit über 60 Jahren zur Behandlung von ADHS eingesetzt. Die medikamentöse Therapie wird immer mit enger Unterstützung duch den betreuenden Arzt individuell auf den einzelnen Patienten eingestellt. 
Umfangreiche Studien belegen die Wirksamkeit und gute Verträglichkeit bei korrekter Durchführung einer solchen Behandlung.
Durch eine derartige Therapie kann der Patient sich selbst besser steuern und auch seine Stärken wieder bewusst nutzen.
Eine erfolgreiche Therapie hat eine Verbesserung der schulischen und beruflichen Leistungen, der sozialen Kompetenzen sowie des Selbstwertgefühls zum Ziel.