
Dort ist das Gleichgewicht wichtiger Botenstoffe in den Abschnitten gestört, die für die Wahrnehmung, die Konzentration und die Impulskontrolle zuständig sind. Diese so genannten Neurotransmitter sind maßgeblich für die Verarbeitung ankommender Reize verantwortlich.
Hierbei spielen die Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin eine wichtige Rolle:
Forschungen belegen, dass bei ADHS-Erkrankten im synaptischen Spalt (der Raum zwischen zwei Nervenzellen) die Neurotransmitter Dopamin und Noradrenalin nicht in ausreichender Menge zur Verfügung stehen.
Dadurch können ankommende Reize nur unzureichend gefiltert und weitergeleitet werden und es kommt zu einer ständigen Reizüberflutung. Daraus folgen unaufmerksame, impulsive und hyperaktive Auffälligkeiten im Verhalten.
Aber auch genetische Faktoren spielen eine Rolle, da ADHS familiär oft vermehrt auftritt.
So wurde festgestellt, dass 34 % der Eltern, die selbst an ADHS leiden, auch Kinder mit dieser Erkrankung haben.
Hirnorganische Schädigungen wie z.B. strukturelle Veränderungen in bestimmten Regionen des Gehirns werden ebenfalls als ADHS-Ursache diskutiert.
Umwelteinflüsse wie die Zunahme von Reizen, das hohe Tempo der heutigen Gesellschaft, fehlende Alltagsstrukturen oder ein gestörtes Familiengefüge können zwar zu einer Verstärkung der Verhaltensauffälligkeiten führen, aber laut Expertenmeinung niemals alleine ADHS auslösen.
